Ende März hat Frauenhauskoordinierung e.V. (FHK) erfahren, dass das Projekt „Unterschiedlich und doch stark: Intersektionalität im Frauenhaus begegnen“ ab Ende 2026 nicht weiter gefördert und damit vorzeitig nach bereits zwei Jahren beendet wird. Damit ist FHK eines von über 200 Projekten, die ursprünglich über das Bundesprogramm „Demokratie leben!“ gefördert wurden und nun von einem plötzlichen Finanzierungs-Ende mitten während der Projekt-Laufzeit betroffen sind.
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Ziel des FHK-Projekts ist, gemeinsam mit Frauenhaus-Mitarbeitenden praktische Lösungen und Abläufe zu entwickeln, um noch mehr Betroffene von häuslicher Gewalt unterstützen zu können. Denn Frauenhäuser stoßen oft an Grenzen: Fehlende Barrierefreiheit, sprachliche Hürden, zu wenig Platz für Frauen mit mehreren Kindern, Schwierigkeiten mit Ämtern sowie fehlendes Wissen zu Rassismus und Mehrfachdiskriminierung sorgen im Alltag leider oft dafür, dass nicht alle betroffenen Frauen einen Platz im Frauenhaus finden können.
Im Projekt „Unterschiedlich und doch stark: Intersektionalität im Frauenhaus begegnen“ arbeiten wir deutschlandweit mit sechs Frauenhäusern daran, genau das zu ändern. Die Frauenhäuser sind mit unterschiedlichen Wünschen und Erwartungen in das Projekt gestartet:
Im Idealfall würden die Frauen dann in Zukunft in unserem Frauenhaus, weder durch Mitarbeiterinnen noch durch andere Frauen im Haus, Diskriminierung erleben. Außerdem hoffen wir auch, andere Frauenhäuser und Träger kennenzulernen. Wir möchten sehen, was andere machen, ein bisschen über den Tellerrand schauen, Ideen sammeln und vielleicht auch einen kleinen Anstoß bekommen, Dinge bei uns weiterzuentwickeln.
Frauenhaus Bielefeld
Eine Mitarbeiterin des Frauenhaus Freising sagte zu Beginn des Projekts:
Ich finde es besonders wertvoll, dass das Projekt und FHK über ein starkes Netzwerk verfügen. Man kann auf Fachpersonal zurückgreifen und gezielt sagen: Wir haben gerade ein konkretes Problem und brauchen hier Input.
Das Frauenhaus Potsdam startete ebenfalls mit konkreten Erwartungen und Hoffnungen ins Projekt:
Frauen bei uns im Haus könnten dann hoffentlich schnell Vertrauen fassen. Das Vertrauen entsteht, weil wir in der Lage sind, ihnen wirklich gut und passend zu helfen. Sie spüren dann, dass sie sich auf uns verlassen können – und daran würde sich der Erfolg der Projekt-Teilnahme zeigen.
Entsprechend groß war und ist die Enttäuschung über das vorzeitige Ende der Finanzierung aus dem Bundesprogramm „Demokratie Leben!“:
Dazu schreibt das Frauenhaus Potsdam:
Gerade vor dem Hintergrund des Gewalthilfegesetzes ist diese Entscheidung schwer nachzuvollziehen: Der rechtliche Rahmen für besseren Schutz wird weiterentwickelt – der Ausbau der fachlichen Grundlage bleibt zurück. Das Projekt stärkt die fachliche Qualität im Umgang mit komplexen Lebenslagen und verbessert die Zusammenarbeit zwischen den beteiligten Stellen. Mit der Streichung der Mittel wird ein Ansatz beendet, der genau an bekannten strukturellen Problemen ansetzt. Probleme nicht weiter zu bearbeiten, schafft keine Lösungen.
Mitglieder des Projektbeirats betonen:
Durch das Projekt wird verständlich, warum bestimmte vulnerable Gruppen, die von häuslicher Gewalt betroffen sind, oft keinen verlässlichen Zugang zu Schutz und Unterstützung haben. Ein weiterer Nutzen besteht darin, Ansatzpunkte für Veränderung aufzuzeigen und die Fachkräfte nicht damit individuell alleine zurückzulassen.
Lux Homfeldt, Sozialarbeiter*in
Die Mittel für das Projekt zu streichen ist nicht nur kurzsichtig - sondern auch das Gegenteil eines wirksamen Gewaltschutzes, den es mehr denn je braucht!
Davina Kronshage, Kemenate e.V.
Damit wir das Projekt „Unterschiedlich und doch stark: Intersektionalität im Frauenhaus begegnen“ im Jahr 2027 wie geplant fortsetzen können, benötigen wir insgesamt eine Summe von 240.000 Euro.
Wir hoffen sehr auf Unterstützung durch Spenden, um dieses Ziel zu erreichen!





















