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Internationaler Tag gegen Homo-, Bi-, Inter- und Transfeindlichkeit: „Demokratie-Leben“-Kürzung trifft Sensibilisierungs-Projekt für Frauenhäuser

Zum diesjährigen IDAHOBIT weist FHK auf eine Förderkürzung hin, die unter anderem auch trans Frauen sowie nicht-binäre und inter Personen trifft.

Der Internationale Tag gegen Homo-, Bi-, Inter- und Transfeindlichkeit (IDAHOBIT) am 17. Mai erinnert daran, dass Diskriminierung aufgrund von geschlechtlicher Identität oder sexueller Orientierung noch lange nicht überwunden ist, sondern – im Gegenteil – aktuell wieder zunimmt. 

Damit Frauenhäuser auch für trans Frauen, nicht-binäre und inter Personen sichere Schutzräume sind, unterstützt Frauenhauskoordinierung e.V. (FHK) Fachkräfte in Frauenhäusern dabei, diskriminierungssensibel zu arbeiten. 

Doch das entsprechende FHK-Projekt „Unterschiedlich und doch stark: Intersektionalität im Frauenhaus begegnen“ muss Ende 2026 die Arbeit einstellen, da die Förderung durch das Bundesprogramm „Demokratie leben!“ ab Anfang 2027 entfällt – obwohl das Projekt dann erst bei der Hälfte seiner geplanten Laufzeit angelangt ist.

„Niemand ist automatisch frei von Vorurteilen – das gilt für uns alle. Deshalb brauchen Fachkräfte in Frauenhäusern genau wie in jedem anderen Berufsfeld die Möglichkeit zur Reflexion und Weiterbildung“, sagt Sibylle Schreiber, Geschäftsführerin von FHK. „Umso schmerzhafter ist es, wenn genau das Projekt, in dem wir den Fachkräften in Frauenhäusern das ermöglichen wollen, nicht fortgeführt werden kann.“ 

„Das vorzeitige Ende dieses Projekts trifft am Ende eben genau die Menschen, die im Hilfesystem ohnehin zu einer der verletzlichsten Gruppen gehören“, macht Stefanie Leich, Vorstandsvorsitzende von FHK deutlich. 

Das im Januar 2025 gestartete Projekt richtet sich an Fachkräfte in Frauenhäusern und setzt auf Workshops, kollegiale Reflexionsräume, Fortbildungen und Handlungsempfehlungen, um diskriminierungssensibles und intersektionales Arbeiten zu stärken. 

Im Fokus stehen die Sensibilisierung und Reflexion von Situationen, in denen Betroffene mehrfach benachteiligt werden – etwa wegen ihrer Hautfarbe oder Herkunft, ihrer Behinderung, ihrer geschlechtlichen Identität oder ihrer finanziellen Situation. Indirekt profitieren davon u.a. gewaltbetroffene Frauen und TIN-Personen (trans, inter und nicht-binäre Personen), die im Hilfesystem bisher auf strukturelle Hürden stoßen. 

Erst im Dezember 2024 hat sich die damalige Bundesregierung mit ihrer Gewaltschutzstrategie 2025–2030 verpflichtet, das Bundesprogramm „Demokratie leben!“ als zentrales Instrument gegen geschlechtsspezifische Gewalt einzusetzen. Auch die Istanbul-Konvention, die Deutschland ratifiziert hat, verpflichtet ausdrücklich zu diskriminierungsfreiem Zugang zu Schutz bei Gewalt. FHK setzt sich mit Nachdruck dafür ein, das Projekt wie geplant bis Ende 2028 weiterführen zu können.

Das offizielle Motto des diesjährigen IDAHOBIT lautet „At the heart of democracy“ – im Herzen der Demokratie. FHK ist überzeugt: Eine Demokratie, die alle schützen will, darf nicht ausgerechnet bei den Projekten sparen, die das sicherstellen wollen.

 


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