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Frauenhaus-Statistik 2025: Frauenhauskoordinierung warnt vor Kürzungen

12.000 Frauenhausplätze fehlen – Einsparungen jetzt im Gewaltschutz und bei Fachorganisationen vorzunehmen, wäre fatal.

Frauenhauskoordinierung e.V. (FHK) veröffentlicht heute die bundesweite Frauenhaus-Statistik 2025. Demnach fehlen weiterhin knapp 12.000 Frauenhausplätze in Deutschland. Vor dem Hintergrund des Haushaltsentwurfs für 2027, wonach das Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ) über eine Milliarde Euro weniger als in diesem Jahr zur Verfügung haben soll, warnt FHK davor, Kürzungen im Frauengewaltschutz, im Hilfesystem und bei entsprechenden Fachorganisationen vorzunehmen.

Von den geplanten Einsparungen im Haushaltsentwurf ist FHK selbst betroffen: Rund eine halbe Million Euro sollen laut aktuellen Planungen bei Trägern und Aufgaben der Gleichstellungspolitik und des Gewaltschutzes eingespart werden. „Nach bereits schmerzhaften Einsparungen in den vergangenen Jahren müssen auch wir nun erneut eine Kürzung befürchten“, sagt Sibylle Schreiber, Geschäftsführerin von FHK. „Auch wenn es sich im Vergleich zu den großen Summen, um die es derzeit im Bundeshaushalt insgesamt geht, um einen kleinen Betrag handelt, irritiert das nachhaltig.“

Dass ausgerechnet jetzt gespart werden soll, überrascht: Denn die Politik selbst hat in den vergangenen Jahren erkannt, wie dringend der Gewaltschutz ausgebaut werden muss. Ein Beispiel dafür ist das Gewalthilfegesetz, das bereits Anfang 2025 verabschiedet wurde und nun in den Bundesländern umgesetzt wird. Hierbei ist die Arbeit von Fachorganisationen wie FHK unverzichtbar, um eine fachliche Begleitung der Länder bei der Umsetzung zu gewährleisten.

Auch bei aktuellen Gesetzesvorhaben etwa im Kindschafts- und Familienrecht oder dem digitalen Gewaltschutzgesetz ist FHK mit anderen Fachorganisationen im Gesetzgebungsprozess konkret gefragt: Nur wenn Fachorganisationen ihr gebündeltes Wissen, etwa durch Stellungnahmen, frühzeitig in Politik und Öffentlichkeit einbringen, fließt die Expertise aus der Praxis auch tatsächlich in die Gesetze ein. Ausgerechnet bei dieser Arbeit zu sparen, würde das falsche Signal senden.

An anderer Stelle deutet sich ebenfalls ein Sparkurs an, der gewaltbetroffene Frauen ganz unmittelbar trifft: Beim Unterhaltsvorschuss plant Bundesfamilienministerin Karin Prien, die Leistung künftig nur noch bis zum 15. Lebensjahr zu zahlen. Gerade Frauen, die aus einer Gewaltbeziehung in ein Frauenhaus fliehen, sind auf diese Unterstützung angewiesen, wenn der Ex-Partner keinen Unterhalt zahlt: Gemäß der Frauenhaus-Statistik 2025 steigt der Anteil der Frauen, die den Unterhaltsvorschuss beziehen, während des Frauenhausaufenthalts fast um das Vierfache. Eine Kürzung würde damit ausgerechnet eine finanzielle Absicherung treffen, die vielen Frauen und ihren Kindern den Neustart nach der Gewaltbeziehung erst ermöglicht.

Wie notwendig ein starkes Hilfesystem insgesamt weiterhin ist, zeigen auch weitere Zahlen aus der Frauenhaus-Statistik 2025: Weniger als ein Drittel der Frauen findet einen Frauenhaus-Platz in ihrer eigenen Stadt oder ihrem Landkreis, zehn Jahre zuvor war es noch mehr als die Hälfte. Die fachliche Arbeit von Organisationen wie FHK bleibt daher auch über die aktuellen Gesetzesvorhaben hinaus gefragt, zumal die Zahl der von häuslicher Gewalt betroffenen Frauen und Kinder seit Jahren steigt.

Hintergrund zur Frauenhaus-Statistik:

Seit über 25 Jahren dokumentiert die Frauenhaus-Statistik von Frauenhauskoordinierung e.V. (FHK) jährlich und als einzige Erhebung bundesweit Daten von Frauenhäusern in Deutschland und ihren Bewohner*innen. 

Im Jahr 2025 haben etwa 13.440 Frauen und 15.280 Kinder/Jugendliche Schutz in Frauenhäusern gesucht. Das ergibt die Hochrechnung aus der aktuellen Frauenhaus-Statistik von FHK. Grundlage der Statistik sind in diesem Jahr Daten zu 6.430 Frauen und 7.310 Kindern aus insgesamt 191 der ca. 400 Frauenhäuser in Deutschland.


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