Beratungsarbeit zu digitaler (Ex-)Partnerschaftsgewalt muss dauerhaft finanziert und stark ausgebaut werden – zum Beispiel in Form von festen Stellenanteilen zu dem Thema in jedem Frauenhaus. Das fordert Frauenhauskoordinierung e.V. (FHK) anlässlich des Abschlussberichts „Digitale (Ex-)Partnerschaftsgewalt: gefährliche Schutzlücken im Hilfesystem schließen”, der am Donnerstag, 19. März 2026, veröffentlicht wird.
Digitale Gewalt endet nicht an der Frauenhaustür: Täter nutzen Standort-Tracker, Soziale Medien oder Zugriff auf gemeinsame Cloud-Konten, um Betroffene auch nach einer Flucht ins Frauenhaus zu orten und zu überwachen. Im Modellprojekt IT-Beratung von FHK haben externe IT-Fachkräfte zwei Jahre lang Frauenhäuser bei Verdachtsfällen von digitaler Überwachung unterstützt. Anhand der über 60 geführten Beratungsgespräche zeigt sich: Technische Beratung ist wirksam – aber nur, wenn Betroffene gleichzeitig emotional und sozial beraten werden und das Frauenhaus für diese umfassende Beratung die nötigen Ressourcen hat. Genau die fehlen im chronisch unterfinanzierten Frauengewaltschutz bisher jedoch flächendeckend.
„Digitale Gewalt ist für die Mitarbeiter*innen in Frauenhäusern keine Ausnahme, sondern findet neben körperlicher, finanzieller oder sexualisierter Gewalt in den meisten Fällen von (Ex-)Partnerschaftsgewalt statt“, erläutert Sibylle Schreiber, Geschäftsführerin von FHK. „Die Frauenhäuser und Fachberatungsstellen leisten zu dem Thema bereits enorm viel. Aber ohne verlässliche Finanzierung und fest verankerte Kompetenzen können sie Betroffene in den digitalen Dimensionen von Gewalt nur schwer schützen.“
Im Abschlussbericht empfiehlt FHK deshalb einen umfassenden Strukturausbau auf Bundes-, Landes- und kommunaler Ebene: Neben festen Stellenanteilen für die Beratung zu digitaler Gewalt in Frauenhäusern sollten etwa Schwerpunkt-Fachberatungsstellen zu digitaler Gewalt sowie Kooperationen zwischen Frauenhäusern, IT-Fachkräften, Justiz und Polizei aufgebaut werden. Grundlage für diese Empfehlungen sind Expert*innen-Interviews sowie Erfahrungen aus dem Modellprojekt mit 22 beteiligten Frauenhäusern aus ganz Deutschland.
Der Abschlussbericht steht kostenlos zum Download zur Verfügung:





















