Am 4. Dezember 2025 haben Frauenhauskoordinierung e.V. (FHK) und die Bundesfrauengruppe der Gewerkschaft der Polizei (GdP) Abgeordnete und Mitarbeitende des Deutschen Bundestages zum parlamentarischen Frühstück „Gewalt gegen Frauen geht uns alle an!“ eingeladen. Unter der Schirmherrschaft von Carmen Wegge, rechtspolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion, stand der morgendliche Austausch ganz im Zeichen des besseren Schutzes vor geschlechtsspezifischer und häuslicher Gewalt.
Reformbedarf klar benannt
In ihrem Beitrag machte die Bundesfrauengruppe der GdP deutlich, welche Bedeutung ein eigener Straftatbestand für Femizide hätte, um die geschlechtsspezifische Dimension dieser Tötungsdelikte sichtbar zu machen. Zudem warb sie für die elektronische Fußfessel als Schutzinstrument bei häuslicher Gewalt und betonte, dass technische Maßnahmen immer in ein umfassendes Gefährdungsmanagement eingebettet sein müssen.
FHK richtete den Blick insbesondere auf Kinder als Betroffene häuslicher Gewalt, die oft übersehen werden, obwohl sie dringend Schutz, Stabilität und spezialisierte Hilfen brauchen. Im Mittelpunkt standen außerdem die Wechselwirkungen zwischen Gewaltschutz und Sorge‑ bzw. Umgangsrecht sowie die Rolle von Täterarbeit und Gefährdungsmanagement, um erneute Gewalt zu verhindern und Hochrisikofälle frühzeitig zu erkennen.
Gewalthilfegesetz und Reformbedarf
Ein zentrales Thema des Frühstücks war der aktuelle Stand des Gewalthilfegesetzes und die Forderung nach einem klaren Rechtsanspruch auf Schutz und Unterstützung. FHK und GdP unterstrichen, dass ein solcher Anspruch nicht nur die Planungssicherheit für Frauenhäuser und Fachberatungsstellen stärken würde, sondern vor allem Betroffenen verlässliche Zugänge zu Hilfe sichern muss – unabhängig vom Wohnort.
Austausch mit Abgeordneten
Die Mitglieder des Bundestags nutzten die Veranstaltung für Nachfragen und einen offenen Dialog zu rechtlichen und praktischen Hürden im Gewaltschutz.
Im gemeinsamen Gespräch wurde beispielsweise deutlich, dass Reformen im Strafrecht, im Familienrecht und bei den Schutzstrukturen zusammengedacht werden müssen, damit Betroffene nachhaltig gestärkt und Femizide verhindert werden können.
Das große Interesse und die engagierten Rückmeldungen der Fachpolitiker*innen aus den Fraktionen zeigen, dass geschlechtsspezifische und häusliche Gewalt zunehmend als gesamtgesellschaftliche Aufgabe verstanden wird.
FHK wird die Anregungen aus dem Frühstück in die weitere fachpolitische Arbeit einbringen und bleibt mit Parlament und Praxis im Gespräch, damit Gewaltschutz gesetzlich und strukturell spürbar gestärkt wird.





















