Die Meldestelle Antifeminismus hat ihr Zivilgesellschaftliches Lagebild Antifeminismus 2025 veröffentlicht. Demnach wurden im vergangenen Jahr 640 antifeministische Vorfälle dokumentiert – ein Anstieg von rund 15 Prozent gegenüber 2024 (558 Fälle). Besonders deutlich zugenommen haben misogyn motivierte Vorfälle (+60 Prozent) sowie Angriffe im Themenfeld geschlechtsspezifische Gewalt (+35 Prozent).
Fast ein Drittel aller gemeldeten Vorfälle fand im digitalen Raum statt – von organisierter Verbreitung frauenfeindlicher Gewaltinhalte bis hin zu KI-generierten Deepfakes. Auch Angriffe auf zivilgesellschaftliche Organisationen erreichten mit 169 Fällen einen neuen Höchststand: Betroffen waren unter anderem Frauenhäuser, Fachberatungsstellen und Gleichstellungsbüros, etwa durch Sachbeschädigung, Hasskampagnen oder die Veröffentlichung von Adressen. Das Lagebild zeigt zudem, dass ein Großteil der Angriffe (313 von 640 Fällen) einen Bezug zu extrem rechten Ideologien aufweist.
Für Frauenhauskoordinierung e.V. (FHK) zeigen die Zahlen deutlich: Antifeminismus bedroht nicht nur einzelne Personen, sondern zunehmend auch die Strukturen des Gewaltschutzes selbst. Angriffe auf Frauenhäuser, Fachberatungsstellen und Fachkräfte binden wichtige Ressourcen, die eigentlich der Unterstützung gewaltbetroffener Frauen und Kinder zugutekommen sollten.
FHK schließt sich der Forderung der Meldestelle Antifeminismus nach einer verbindlichen Gesamtstrategie in Politik und Zivilgesellschaft an, um Gleichstellungsarbeit und Gewaltschutz wirksam zu schützen.





















