Viele Frauenhäuser haben zu wenig Mittel, um den Bedürfnissen von Kindern und Jugendlichen im Alltag gerecht zu werden.
Dank der Spendengelder aus den FHK-Kinderfonds konnten jedoch in 2024 und 2025 insgesamt 110 besondere Projekte für Frauenhauskinder in 76 Frauen- und Kinderschutzhäusern aus den FHK-Mitgliedsverbänden umgesetzt werden.
Ein paar Beispiele aus der Praxis zeigen, wie vielfältig die Projekte waren:
Ein Frauenhaus setzte mit Hilfe des Fonds auf Waldpädagogik: Eine Waldpädagogin führte 16 Einheiten im Wald durch – Kinder erkundeten die Natur, wurden mit Naturmaterialien kreativ und erlebte dadurch Selbstwirksamkeit.
Der Wald als Ort bietet Weitläufigkeit und Stille zugleich – beides ist für Kinder, die in beengten Verhältnissen leben und Lärm und Enge oft mit Gefahr verbinden, eine wichtige Erfahrung. Die Kinder selbst brachten in wöchentlichen Kinderversammlungen Ideen und Wünsche ein – Partizipation als Teil des pädagogischen Konzepts.
In einem anderen Frauenhaus ermöglichte der Fonds ein Reittherapie-Projekt, das von einer ausgebildeten Reittherapeutin begleitet wurde. Einmal wöchentlich kamen Kinder auf einem nahegelegenen Reiterhof zusammen – nicht zum sportlichen Reiten, sondern zum Erleben:
Die Bewegungen des Pferdes, die Pflege der Tiere und die ruhige Atmosphäre des Hofes halfen traumatisierten Kindern, Vertrauen aufzubauen, Ängste abzubauen und ihr Körpergefühl neu zu entdecken. Für Kinder, die oft misstrauisch und emotional belastet ins Frauenhaus kommen, war dieser Ort ein Raum ohne Leistungsdruck, in dem Selbstvertrauen ganz von selbst wachsen konnte.
Erster Urlaub & Kinderyoga
In einem weiteren Frauenhaus bot der FHK-Kinderfonds die Möglichkeit, regelmäßige Kinderyoga-Einheiten durch eine Kinder-Yogalehrerin anzubieten. Traumatische Erlebnisse schlagen sich bei Kindern häufig körperlich nieder – in Anspannung, Schlafproblemen oder dem Verlust des Zugangs zum eigenen Körper.
Yoga gibt Kindern Werkzeuge zurück: Durch Bewegung und Atemübungen lernen sie Achtsamkeit mit ihrem Körper umzugehen. Das Angebot erreicht auch Kinder mit sprachlichen oder kognitiven Einschränkungen, die von rein gesprächsbasierten Angeboten weniger profitieren.
Und schließlich ermöglichte es der FHK-Kinderfonds einer Einrichtung, eine Ferienfreizeit zu organisieren, die für manche der Frauenhauskinder der erste Urlaub ihres Lebens war. Gemeinsam mit ihren Müttern erlebten sie etwa Ausflüge in einen Kletterwald, ins Schwimmbad oder durch die Natur.
Was nach außen wie ein einfacher Ausflug wirkt, hat tiefe Bedeutung: gemeinsame unbeschwerte Erinnerungen, die Mutter-Kind-Bindung stärken und den Kindern zeigen, dass das Leben auch leicht sein kann. Die Kinder hatten zuvor selbst Ideen für die Gestaltung des Kurzurlaubs mitgebracht – Nachtwanderung, Schwimmen, Abenteuer – und sahen sie umgesetzt, was sie zusätzlich stärkte.
Kinderfonds ausgeschöpft
Alle geförderten Projekte leisten gemeinsam einen wichtigen Beitrag: Kinderschutz und Stärkung bekommen dadurch mehr Raum im Frauenhausalltag.
Aktuell sind die Spendengelder der „Stiftung RTL – Wir helfen Kindern“ alle abgerufen und es stehen keine Mittel mehr zur Beantragung zur Verfügung.
Wir bedanken uns bei der „Stiftung RTL – Wir helfen Kinder“ sowie bei allen Mitarbeitenden und Frauenhäusern, die die Kinder nicht aus dem Blick verlieren und Projekte von und für Frauenhauskinder umgesetzt haben.
Foto: Pexels/Vladimir Srajber





















