Frauenhauskoordinierung e.V. - Fachinfo

Bei der Umsetzung des Gewalthilfegesetzes müssen die Bedarfe von wohnungslosen Frauen berücksichtigt werden. Das fordern Kemenate Frauen Wohnen e.V. und Frauenhauskoordinierung e.V.

Anlässlich des World Homeless Day am 10. Oktober fordern Frauenhauskoordinierung e.V. (FHK) und Kemenate Frauen Wohnen e.V. gemeinsam mehr Schutzplätze für wohnungslose gewaltbetroffene Frauen. Bis Ende 2026 ermitteln die Bundesländer im Zuge der Umsetzung des Gewalthilfegesetzes den tatsächlichen Bedarf an Schutzeinrichtungen ,– die beiden Organisationen warnen davor, wohnungslose Frauen dabei erneut zu übersehen.

„Einer Frau, die vor ihrem gewalttätigen Partner geflohen ist, darf nicht die Wohnungslosigkeit drohen, weil kein Frauenhaus sie aufnimmt oder sie nach ihrem Frauenhaus-Aufenthalt keine bezahlbare Wohnung findet“, sagt Sibylle Schreiber, FHK-Geschäftsführerin.

Viele wohnungslosen Frauen haben bereits Gewalt erfahren und bestehende Wohnungslosigkeit ist zudem ein weiterer Risikofaktor, Gewalt zu erleben – ein gefährlicher Kreislauf. Doch das Hilfesystem bietet zu wenig passende Angebote, die den vielfältigen Problemlagen wohnungsloser Frauen gerecht werden: Viele Frauenhäuser sind personell und räumlich nicht darauf eingestellt, Frauen aufzunehmen, die bereits wohnungslos sind. 

Einrichtungen der klassischen Wohnungsnotfallhilfe sind immer noch zu wenig auf die Bedürfnisse von Frauen zugeschnitten.  Die meisten Not- und Wohnunterkünfte bieten beispielsweise keine anonyme Adresse – dabei ist gerade das für den Schutz vor einem gewalttätigen (Ex-)Partner oft entscheidend.

„Die Frauen, die zu uns in den Tagestreff kommen, haben oft schon viel hinter sich. Sie werden häufig von einer Beratungsstelle an die andere weiterverwiesen, ohne passende Unterstützung zu erhalten. Ihre Lebenssituation ist oft von komplexen Problemlagen geprägt und erfordert eine strukturierte Zusammenarbeit verschiedener Hilfen. Besonders für wohnungslose Frauen fehlen passende und verlässliche Zugänge zu entsprechenden Gewaltschutzstrukturen.“ sagt Davina Kronshage, Sozialarbeiterin bei Kemenate Frauen Wohnen e.V. 

„So verbleiben sie ohne passgenaue Unterstützung häufig in prekären Lebenssituationen. Dabei brauchen sie wie jede andere gewaltbetroffene Frau auch einen Ort, an dem sie Schutz und Ruhe finden.“

Frauenhauskoordinierung e.V. und Kemenate Frauen Wohnen e.V. fordern die Bundesländer daher auf, bei der Umsetzung des Gewalthilfegesetzes gezielt Schutzplätze für wohnungslose gewaltbetroffene Frauen einzuplanen – mit anonymen Adressen und Personal, das auf ihre besonderen Bedarfe vorbereitet ist. 

Nur so lässt sich verhindern, dass ausgerechnet eine der vulnerabelsten Frauen im neuen Hilfesystem weiterhin übersehen werden. Keine Frau darf aufgrund ihrer sozialen Situation vom Schutz vor Gewalt ausgeschlossen werden.

Die gemeinsame Pressemitteilung zum World Homeless Day ist nicht das erste Mal, dass Kemenate Frauen Wohnen e.V. und Frauenhauskoordinierung e.V. zusammenarbeiten: Davina Kronshage, Sozialarbeiterin bei Kemenate Frauen Wohnen e.V., ist Teil des Projektbeirats des FHK-Projekts „Unterschiedlich und doch stark – Intersektionalität im Frauenhaus begegnen“. 


Honorarfreies Bildmaterial zum Thema geschlechtsspezifische Gewalt steht unter folgendem Link zur Verfügung (Quelle bitte angeben): https://neue-schule-fotografie.berlin/home/empowering-connections-solidarity-in-safe-spaces/



Über Kemenate Frauen Wohnen e.V.: Kemenate Frauen Wohnen e.V. wurde mit dem Ziel gegründet spezifisch wohnungslose Frauen zu unterstützen. Mit dem Kemenate Tagestreff und FrauenWohnung erhalten wohnungslose, von Wohnungslosigkeit bedrohte und obdachlose Frauen praktische Hilfen, Beratung und Begleitung. Darüber hinaus informiert Kemenate Frauen Wohnen e.V. über die besonderen Lebenslagen wohnungsloser Frauen und versteht sich als Lobby für Frauen in Wohnungsnotfallsituationen. 

Über Frauenhauskoordinierung e.V.: Frauenhauskoordinierung e. V. (FHK) wurde auf Initiative der Wohlfahrtsverbände (AWO Bundesverband e. V., Diakonie Deutschland, Der Paritätische Gesamtverband, Sozialdienst katholischer Frauen Gesamtverein e. V./Deutscher Caritasverband e. V.) gegründet, um sich im Auftrag der Mitglieder für den Abbau von Gewalt gegen Frauen und für die Verbesserung der Hilfen für betroffene Frauen und deren Kinder einzusetzen. FHK koordiniert, vernetzt und unterstützt das Hilfesystem, fördert die fachliche Zusammenarbeit und bündelt Praxiserfahrungen, um sie in politische Entscheidungsprozesse sowie in fachpolitische Diskurse zu transportieren.


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Anja Becker, Davina Kronshage, Öffentlichkeitsarbeit 
Tel.: +49 177 7747791, +49 40 4304959 
E-Mail: info@kemenate-hamburg.de, tagestreff@kemenate-hamburg.de

Pressekontakt Frauenhauskoordinierung e.V.: 
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Tel.: +49 163 514 2292
E-Mail: presse@frauenhauskoordinierung.de 

Juliane Fiegler-Thiele (sie/she)
Referentin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
presse@frauenhauskoordinierung.de
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