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Frauenhauskoordinierung legt Qualitätsempfehlungen für Frauenhäuser und Fachberatungsstellen vor

Unterstützung gewaltbetroffener Frauen und deren Kinder erfordert Qualität

In den Frauenhäusern und Fachberatungsstellen wird täglich eine große Anzahl von gewaltbetroffenen Frauen und deren Kinder unterstützt. Im Jahr 2013 suchten allein mehr als 8.600 Frauen und 8.400 Kinder Schutz in Frauenhäusern (FHK Statistik 2013). Häufig schwer traumatisiert, benötigen sie umfangreiche Beratung und Betreuung. Aber: Das Hilfesystem ist nach wie vor mit zu geringen Personalressourcen und zu wenig Sachmitteln ausgestattet, um allen schutzsuchenden Frauen und Kindern eine sofortige Zuflucht im Frauenhaus oder eine zeitnahe Beratung in einer Fachberatungsstelle zu sichern.

Frauenhauskoordinierung legt nun erstmals bundesweite Qualitätsempfehlungen für das gesamte Hilfesystem bei Gewalt gegen Frauen vor. Die Empfehlungen beschreiben die Qualitätsanforderungen an die Unterstützung der Frauen und der mitbetroffenen Kinder in Frauenhäusern und Fachberatungsstellen. Diese Unterstützung muss mit qualifiziertem und ausreichendem Fachpersonal geleistet werden und das Hilfesystem muss über eine entsprechende räumliche und sachliche Ausstattung verfügen. Erstmals werden auch Empfehlungen für die lokalen Hilfestrukturen für gewaltbetroffene Frauen gegeben: Das umfasst die erforderliche Anzahl an Frauenhäusern und Fachberatungsstellen in den Kommunen sowie die notwendige Zahl an Frauenhausplätzen für Frauen und für Kinder.

Die Qualitätsempfehlungen sieht Frauenhauskoordinierung als wichtige Impulsgeber für die Weiterentwicklung der Konzepte der Frauenhäuser und Fachberatungsstellen.

Sie richten sich aber ebenso an die Entscheidungsträger in Politik und Verwaltung auf der Bundes-, Landes- und der kommunalen Ebene und zeigen auf, welche Hilfestrukturen vor Ort erforderlich sind und welcher Qualitätsrahmen für die Förderung zu Grunde gelegt werden muss. Wir erwarten, dass auf der Basis unserer Qualitätsempfehlungen zügig Maßnahmen von Bund, Ländern und Kommunen zur rechtlichen Absicherung von Schutz und Hilfe und zur Verbesserung der Ausstattung von Frauenhäusern und Fachberatungsstellen ergriffen werden.