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Pressemeldung: Gewaltschutz 2.0

BMFSFJ und Frauenhauskoordinierung fördern Corona-bedingte Sonderbedarfe von Frauenhäusern und Beratungsstellen

PM Unterstützung Technik Corona Frauenhäuser

Berlin, 26.10.2020. Rund drei Millionen Euro stellt das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) zur Verfügung, um Frauenhäuser und Fachberatungsstellen bundesweit bei den Herausforderungen der Corona-Krise zu unterstützen. Im Rahmen des Projekts „Hilfesystem 2.0“ können Einrichtungen für gewaltbetroffene Frauen und ihre Kinder seit dem 15. Oktober 2020 Unterstützung für pandemiebedingte Sonderbedarfe im digitalen Bereich beantragen.

Mit der Umsetzung des Projekts ist Frauenhauskoordinierung e.V. (FHK) betraut. Allein innerhalb der ersten Woche gingen mehr als 100 Anträge ein. Bundesfamilienministerin Dr. Franziska Giffey erklärt:

„Die letzten Wochen und Monate haben deutlich gemacht, dass Frauenhäuser und Fachberatungsstellen neue und moderne Mittel brauchen, um gewaltbetroffene Frauen und deren Kinder auch in Krisenzeiten wie der Corona-Pandemie Schutz und Hilfe zukommen zu lassen. Gemeinsam mit der Frauenhauskoordinierung e.V. knüpfen wir mit dem Projekt 'Hilfesystem 2.0' an diese Anforderungen an. Wir bringen damit den Gewaltschutzins digitale Zeitalter und machen ihn krisenfest. Die mehr als drei Millionen Euro, die im Rahmen des Bundesförderprogramms 'Gemeinsam gegen Gewalt an Frauen' zum Beispiel für eine bessere technische Ausstattung zur Verfügung stehen, sind ein echter Innovationsschub für die Beratungsstellen und Frauenhäuser, die nun verstärkt auf digitalen Kontakt setzen können. Damit leisten wir als Bund einen wesentlichen Beitrag dazu, dass das Hilfesystem auch in Krisenzeiten funktioniert. Ich möchte die Mitarbeitenden in den Frauenhäusern und Fachberatungsstellen ausdrücklich ermuntern, die entsprechenden Anträge einzureichen.“

Aktuell steht die Beratungsarbeit für gewaltbetroffene Frauen vor enormen Herausforderungen.Das Hilfesystem muss seit Beginn der Pandemie nicht nur auf ein erhöhtes Gewaltrisiko, sondern gleichzeitig auf umfassende Auflagen zum Infektionsschutz oder Quarantänefälle reagieren. Die unumgängliche Umstellung auf digitale Kommunikation und Beratungsformate kann jedoch von der Mehrheit der Frauenhäuser und Beratungsstellen nicht aus eigenen Mitteln geleistet werden. Ressourcenmangel und finanzielle Unsicherheit gehören für zahlreiche Einrichtungen zum Arbeitsalltag:

„Laptops für Mitarbeitende, professionelle Übersetzung bei der Beratung oder einfach nur W-LANim Frauenhaus: immer wieder haben wir in der Vergangenheit erlebt, dass es in vielen Frauenhäusern und Beratungsstellen an grundlegender Ausstattung fehlt, weil die mangelhafte Finanzierung solche Anschaffungeneinfach nicht zulässt“, unterstreicht FHK-Geschäftsführerin Heike Herold. „Während der Pandemie ist das problematischer denn je, weil Mitarbeiter_innen und Bewohner_innen auf digitale Kommunikation angewiesen sind. Viele Leistungen der vergangenen Monate konnten nur dank Spenden und externer Unterstützung gestemmtwerden. Umso mehr freuen wir uns, dass wir den Einrichtungen des Hilfesystem mit dem Projekt nun Ausgabenermöglichen können, die für ihre wichtige Arbeit aktuell unentbehrlichsind“.

Die im Rahmen des Bundesprogramms „Gemeinsam gegen Gewalt an Frauen“bereitgestellten Mittel für das Projekt können bis Mitte Novemberzur Finanzierung von technischerAusstattungund bis Ende Februar 2021 zur Qualifizierung für digitale Beratungsarbeit sowie für professionelle Sprachmittlung beantragt werden. Das BMFSFJ zielt damit auf eine nachhaltige Anpassung an die Herausforderungen im Zuge der Corona-Krise und ein technisches Empowerment des Hilfesystems.

Medienkontakt:

Charlotte Binder, Referentin für das Projekt „Hilfesystem 2.0“Tel.: 030 338 43 42 62E-Mail: binder@frauenhauskoordinierung.de